BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


Bürger Initiative Zeller Hamm

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Stellungnahmen

Die Stellungnahmen der Kreisgruppe Cochem-Zell zu dem geplanten Ferienpark "Residenz Marina Weingarten Zell/Briedel" können Sie hier online lesen:

Stellungnahme vom 26.09.13

Stellungnahme vom 26.09.14

Stellungnahme und Einwände zum Sportboothafen vom 25.10.14

 

BUND Pressemitteilung

P R E S S E M I T T E I L U N G

 

BUND Kreisgruppe erhebt Einwände gegen das geplante Bauvorhaben Ferienhausgebiet „Marina Weingarten mit Hafen für Sportboote“ in Zell/Briedel an der Mosel.

Bereits seit Beginn der Planung äußert sich die BUND Kreisgruppe ablehnend zu diesem Bauvorhaben.

In vielen verschiedenen Planebenen: Raumordnerischen Entscheid, Flächennutzungsplanung und Bauplanung sowie nun im wasserrechtlichen Verfahren für den Hafen werden von der BUND Kreisgruppe Einwände erhoben. 

Der nach Süden liegende Gleithang gegenüber des Vogelschutzgebietes und ausgewiesenen FFH Gebietes soll zukünftig nicht mehr als Nahrungshabitat für seltene Vogel- und Fledermausarten zur Verfügung stehen. Diese, nach Gesetz streng geschützten Tierarten, sollen umgesiedelt werden oder sich einen neuen Lebensraum suchen.

Rotmilan, Rötelfalke, Uhu, Graureiher, Grünspecht, Schwarzspecht, Sperber, Wanderfalke, Wespenbussard, Schlingnatter, Ringelnatter, Mauereidechse, Zauneidechse, Wasserfledermaus, Braunes Langohr, Rauhautfledermaus, Mopsfledermaus, Fransenfledermaus, Großer und Kleiner Abendsegler, Kleine und Große Bartfledermaus, Großes Mausohr und viele andere, hier nicht genannte Tierarten werden durch dieses Vorhaben beeinträchtigt und zerstört. Die Lärmbelästigung durch Gäste und Motorboote werden stören. Geplante Zufahrten werden die Auen entlang dieses Teils der Mosel zerstören.

Das geplante Vorhaben stellt einen hohen Eingriff in den Naturhaushalt dar. Die im Plangebiet vorhandenen Tierarten werden umziehen müssen, ob sie ein neues Zuhause finden, oder ein geplantes Ausgleichsquartier annehmen,  bezweifelt der BUND.

Der Umweltverband erhebt weiterhin Einwände gegen diesen Standort, der im Moseltal landschaftlich ein hoher Eingriff darstellen wird. In den einzelnen Planverfahren hat die BUND-Kreisgruppe immer wieder darauf hingewiesen, dass im Umkreis von weniger als 50 km viele geplante und genehmigte Ferienparks wegen fehlender Nachfrage nicht umgesetzt wurden. So wurde das genehmigte Ferienhausgebiet bei Bad-Bertrich nicht realisiert und entlang der Mosel werden genehmigte Flächen für Ferienparks seit Jahren wie „Sauerbier“ am Markt angeboten, es finden sich keine Investoren zur Realisierung. Die BUND-Vertreter befürchten weiterhin, dass nicht nur die Tier und Pflanzenwelt sondern auch die nach Ruhe und Erholung suchenden Menschen hier erhebliche Einbußen erfahren werden.

Zur Unterstützung hat die BUND Kreisgruppe Gutachter und Rechtsanwälte beauftragt, die Planungen zu begleiten und Einwände gerichtssicher zu formulieren. Auf einem eigens für die Klage eingerichteten Spendenkonto  haben bereits viele Menschen Gelder gespendet, die dieses Vorhaben von den Gerichten überprüft haben wollen. Zweifel an dem öffentlichen Interesse, mit dem derzeit das Verfahren beschleunigt wird, sind hier angebracht. Vielen sind aber der Schutz der Tier- und Pflanzenarten sowie der Schutz des Landschaftsbildes im Moseltal so wichtig, dass sie gemeinsam mit dem BUND Einwände gegen das Vorhaben einreichen.

Fragwürdig findet der BUND, dass die vorliegende Planung des Investors Grundstücke einschließt, die nicht in den Besitz des Investor gelangen können, eine Bebauung in der vorliegenden Form kann somit nicht erfolgen. Der BUND hat  die Prüfung der Flächenverfügbarkeit vom Investor bei der Behörde im Rahmen der Einwendungen beantragt.

Es gibt Bestrebungen, die Mosel als UNESCO Weltkulturerbe auszuweisen. Mit einem Ferienpark, der in diese gewachsene Struktur massiv eingreift, wird ein weiteres Argument gegen eine Ausweisung geschaffen. Die für die gesamte Mosel wichtige Ausweisung als UNESCO Weltkulturerbe wird somit konterkariert. Das geplante Vorhaben als „zum Wohle der Allgemeinheit“ zu definieren ist schlichtweg falsch. Das Wohl der Allgemeinheit kann nicht nach den Interessen eines einzelnen Investors ausgelegt werden, sind sich die BUND- Vertreter sicher.

Die beteiligten Kommunen Zell und Briedel wollen durch einen städtebaulichen Vertrag mit dem Investor weitere rechtliche Sicherungen gewährleisten. Der BUND hat Einsicht in diesen Vertrag, der wohl noch nicht existiert, beantragt, wenn er mal vorliegt!

Die Antragsunterlagen für den Bau eines Hafens für Sportboote in Verbindung mit dem Ferienhausgebiet „Residenz Marina Weingarten“ in Zell/Briedel liegen nun der BUND Kreisgruppe Cochem-Zell vor, so dass weitere Einwände formuliert und eingereicht werden können. Zu einer BUND Mitgliederversammlung lädt die Vorsitzende Agnes Hennen die Mitglieder und Freunde des BUNDs daher für den 05.10.2014 um 18:00 Uhr ins Hotel „Zum Grünen Kranze“ in Zell ein. Hier sollen die Einwände zu diesem Vorhaben besprochen werden.

 

Quelle: http://cochem-zell.bund-rlp.de/themen_projekte/ferienparks/